Mehrere Küstenorte in Schleswig Holstein bereiten sich auf eine Zeit intensiver Besucherströme vor. Die anstehende Saison führt zu wachsender Nachfrage nach Einkaufsmöglichkeiten. Seit dem 17. Dezember gilt erneut die Bäderregelung, die bis zum 8. Januar andauert. Sie betrifft fast 100 Tourismusorte und schafft klare Rahmenbedingungen für Ladenöffnungen an Sonn und Feiertagen.
Inhaltsverzeichnis:
- Bäderregelung in Büsum, Travemünde und Grömitz
- Aussagen von Claus Ruhe Madsen und Handelsverband Nord
- Kritik von Ver.di und Bert Stach
- Alle geöffneten Orte in Schleswig Holstein
Bäderregelung in Büsum, Travemünde und Grömitz
Die Regelung erlaubt Geschäften des täglichen Bedarfs die Sonntagsöffnung, während Möbelhäuser, Autohäuser und Baumärkte ausgeschlossen bleiben. Davon profitieren Orte wie Büsum, Büsumer Deichhausen, Friedrichskoog, Warwerort und Westerdeichstrich im Kreis Dithmarschen. Auch Travemünde sowie Urlaubsorte im Kreis Ostholstein wie Grömitz und Fehmarn nutzen diese Möglichkeit regelmäßig. Für weitere Freizeitthemen in der Region eignet sich ein Blick auf versteckte Wanderwege.
Aussagen von Claus Ruhe Madsen und Handelsverband Nord
Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen betont das große Interesse der Gemeinden an stabilen Verkaufsbedingungen in touristischen Orten. Sprecherin Annett Rabe vom Handelsverband Nord führt an, dass die zusätzlichen Verkaufstage den stationären Handel stärken. Sie hebt hervor, dass Sonntagsöffnungen die Konkurrenz durch Onlinekäufe verringern und touristische Orte wettbewerbsfähiger machen. Händler profitieren zusätzlich vom Weihnachtsgeschäft. Hintergründe zur regionalen Wirtschaft finden sich etwa in der Entwicklung der Logistikbranche.
Kritik von Ver.di und Bert Stach
Ver.di äußert seit Langem Bedenken gegen die Sonntagsöffnung. Bert Stach, Landesfachbereichsleiter Handel, beschreibt die zusätzliche Belastung für Beschäftigte. Nach Ansicht der Gewerkschaft bleibt der Sonntag ein gemeinsamer freier Tag, der für Familien und gesellschaftliche Aktivitäten wichtig ist. Stach betont, dass ein zusätzlicher Verkaufstag nicht automatisch höhere Einnahmen erzeuge, da das Budget der Käufer unverändert bleibe. Die Debatte zeigt deutliche Unterschiede zwischen wirtschaftlichen Interessen und sozialen Bedürfnissen. Eine verwandte gesellschaftliche Diskussion findet sich im Beitrag zum Reformationstag in Schleswig Holstein.
Alle geöffneten Orte in Schleswig Holstein
Die Bäderregelung umfasst knapp 100 Orte. Sie bildet die Grundlage für die Sonntagsöffnungen im gesamten Land.
Kreis Dithmarschen
- Büsum
- Büsumer Deichhausen
- Friedrichskoog
- Warwerort
- Westerdeichstrich
Kreis Herzogtum Lauenburg
- Ratzeburg (Gemeindeteil Insel)
Lübeck
- Travemünde
Kiel
- Schilksee
- Falckensteiner
Flensburg
- Willy Brandt Platz
- Schiffbrücke
- Norderstraße einschließlich Nordermarkt
- Verbindungsstraßen Nordermarkt, Norderstraße, Willy Brandt Platz
- Hafen Ostseite einschließlich Sonwik
Kreis Nordfriesland
- Dagebüll
- Friedrichstadt
- Elisabeth Sophien Koog
- Hallig Hooge
- Husum (Außenhafen, Dockkoogstraße, Hafenstraße, Kleikuhle, Schiffbrücke, Wasserreihe, Schobüll)
- Langeneß
- Niebüll
- Nordstrand
- Pellworm
- Schwabstedt
- St. Peter Ording
- Tönning
- Vollerwiek
- Alle Gemeinden auf Amrum, Föhr und Sylt
Kreis Ostholstein
- Bosau
- Dahme
- Eutin
- Fehmarn
- Grömitz
- Großenbrode
- Grube (Rosenfelder Strand, Hauptstraße, Bürgermeister Höppner Straße)
- Heiligenhafen
- Heringsdorf (Süssau Strand)
- Kellenhusen
- Lensahn
- Malente
- Neukirchen (Kraksdorf Strand, Ostermade, Sütel Strand, Am Seekamp Strand)
- Neustadt in Holstein
- Oldenburg (Hinterhörn, Markt, Fußgängerzone, Kuhtorstraße, Schuhstraße, Hoheluftstraße, Berliner Eck)
- Scharbeutz
- Schönwalde am Bungsberg
- Süsel
- Timmendorfer Strand
- Wangels (Weißenhaus)
Kreis Plön
- Blekendorf (Sehlendorfer Strand)
- Heikendorf
- Hohenfelde
- Hohwacht
- Laboe
- Lütjenburg
- Mönkeberg
- Panker
- Plön
- Schönberg (Holm, Kalifornien, Schönberger Strand; Ostseestraße, Niederstraße, Knüllgasse, Bahnhofstraße, Kuhlenkamp, Eichkamp)
- Stakendorf (Stakendorfer Strand)
- Stein
- Wendtorf
- Wisch (Heidkate)
Kreis Rendsburg Eckernförde
- Altenhof
- Ascheffel
- Brodersby (Schwansen)
- Damp
- Eckernförde
- Schwedeneck
- Strande
- Waabs
- Winnemark
- Groß Wittensee
- Klein Wittensee
Kreis Schleswig Flensburg
- Schleswig
- Langballig
- Gelting
- Glücksburg
- Kappeln (Altstadt, Am Hafen, Hafenpromenade)
- Westerholz
- Steinbergkirche
Kreis Steinburg
- Glückstadt (Am Wall, Am Hafen, Am Proviantgraben, Am Kommandantengraben, Bohn Straße)
Die Bäderregelung schafft einheitliche Strukturen für Handel, Tourismus und Versorgung der Gäste in Schleswig Holstein.
Quelle: NDR, MILEKCORP
FAQ
Was regelt die Bäderregelung in Schleswig Holstein?
Die Bäderregelung erlaubt Geschäften des täglichen Bedarfs in fast 100 Tourismusorten an Sonn und Feiertagen für bis zu sechs Stunden zwischen 11 und 19 Uhr zu öffnen.
Welche Geschäfte dürfen trotz Sonntagsöffnung nicht öffnen?
Ausgenommen sind unter anderem Möbelhäuser, Autohäuser und Baumärkte, da sie nicht zum täglichen Bedarf gehören.
Warum wurde die Bäderregelung bis 2028 verlängert?
Die Landesregierung begründete die Verlängerung mit dem hohen Bedarf an stabilen Einkaufsbedingungen in Tourismusorten sowie der wirtschaftlichen Bedeutung für den Einzelhandel.
Was sagt der Handelsverband Nord zu den Sonntagsöffnungen?
Der Handelsverband Nord sieht darin einen Vorteil für den stationären Handel und betont, dass zusätzliche Verkaufstage Onlinekäufe am Sonntag reduzieren.
Warum kritisiert Ver.di die Bäderregelung?
Ver.di weist auf Belastungen für Beschäftigte hin und betont, dass der Sonntag ein gemeinsamer freier Tag bleiben solle, der für Familien und Gesellschaft wichtig ist.
Welche Orte profitieren von der Bäderregelung?
Dazu gehören unter anderem Büsum, Travemünde, St. Peter Ording, Husum, Fehmarn, Grömitz, Laboe, Eckernförde, Glücksburg und viele weitere Gemeinden in Schleswig Holstein.