Festnahme nach Angriffen am Westküstenklinikum
Festnahme nach Angriffen am Westküstenklinikum, Foto: pixabay

Nach zwei Angriffen auf Klinikpersonal im Westküstenklinikum Heide hat das Amtsgericht Itzehoe am Mittwoch entschieden: Der mutmaßliche Täter wird in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen. Die Staatsanwaltschaft stuft die Taten als versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung ein. Die Ermittlungen laufen weiterhin auf Hochtouren.

Inhaltsverzeichnis:

Entscheidung des Amtsgerichts Itzehoe

Ein 23-jähriger Mann aus Heide wurde am Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt. Dieser ordnete die sofortige Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik an. Grund dafür ist, dass eine Schuldunfähigkeit zum aktuellen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden kann. Die Maßnahme gilt zunächst als vorläufige Schutzmaßnahme im Rahmen des Strafverfahrens.

Der Tatverdächtige äußerte sich vor dem Haftrichter nicht zu den Vorwürfen. Auch bei der polizeilichen Befragung in Heide blieb er schweigsam. Polizeikräfte aus Itzehoe und Heide hatten den Mann bereits am Dienstag festgenommen. Er wurde zunächst auf das Revier in Heide gebracht und dort vernommen.

Angriff auf Klinikmitarbeiterin am Sonntag

Die erste Tat ereignete sich am Sonntagmorgen gegen 7 Uhr. Eine 40-jährige Klinikmitarbeiterin wurde mit einem scharfen Gegenstand attackiert. Sie erlitt schwere Schnittverletzungen, die laut Polizei jedoch nicht lebensbedrohlich waren. Die Frau wird weiterhin stationär im Krankenhaus behandelt.

Der Täter konnte zunächst fliehen. Die Polizei leitete sofort eine umfangreiche Fahndung ein. Diese blieb jedoch zunächst erfolglos. Erst später führten Hinweise und Ermittlungen zur Identifizierung und Festnahme des Tatverdächtigen.

Weitere Attacke am Montagmorgen

Nur einen Tag später, am Montag gegen 7.30 Uhr, kam es zu einem weiteren Angriff. Ein 45-jähriger Mitarbeiter des Westküstenklinikums wurde vor dem Gebäude mit einem spitzen Gegenstand verletzt. Er erlitt leichte Verletzungen.

Die Polizei gab aus ermittlungstaktischen Gründen keine weiteren Informationen zur Tatwaffe bekannt. Auch bei dieser Tat konnte der Täter zunächst unerkannt fliehen. Die Behörden gehen inzwischen davon aus, dass es sich in beiden Fällen um denselben Täter handelt.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung im Zusammenhang mit der zweiten Tat. Beide Ermittlungsverfahren werden durch die Staatsanwaltschaft Itzehoe, die Bezirkskriminalinspektion und die Kriminalpolizei Heide geführt.

Reaktion des Westküstenklinikums

Das Westküstenklinikum zeigte sich erleichtert über die schnelle Festnahme. Sprecher Sebastian Kimstädt erklärte, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nun wieder mit mehr Sicherheit zur Arbeit kommen könnten.

Nach den Angriffen hatte das Klinikum kurzfristig einen Sicherheitsdienst beauftragt. Die Maßnahmen zeigten Wirkung. Laut Kimstädt wird der Sicherheitsdienst nun schrittweise wieder abgezogen, da sich die Lage entspannt hat.

Wichtige Kontaktmöglichkeiten für Hinweise:

  • Telefonnummer der Polizei in Heide: (0481) 940
  • E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Zusammengefasst:

  • 2 Angriffe in 2 Tagen
  • 1 Frau schwer verletzt, 1 Mann leicht verletzt
  • 23-jähriger Tatverdächtiger in Psychiatrie eingewiesen
  • Ermittlungen wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung

Die weiteren Entwicklungen im Fall des 23-jährigen Mannes aus Heide werden mit Spannung erwartet. Die Justiz prüft nun auch seine Schuldfähigkeit.

Quelle: NDR