Lyten baut in Heide
Lyten baut in Heide, Redaktion/Foto illustrativ

Der insolvente Batteriehersteller Northvolt hatte in Heide eine Fabrik geplant. Nun will der US-Produzent Lyten das Projekt übernehmen. Ob Bund und Land die ursprünglich zugesagten 700 Millionen Euro Fördermittel auch Lyten gewähren, ist bisher unklar.

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Fördergelder von Bund und Europäischer Union

Professor Christoph Schalast von der Frankfurt School erklärt, dass Bundes- und Landesmittel nicht automatisch auf den neuen Eigentümer übertragen werden können. Das Bundeswirtschaftsministerium hat bislang keine Stellung genommen. Branchenexperten gehen davon aus, dass Lyten sich eher auf europäische Förderprogramme konzentriert. Die EU veröffentlichte im März einen Aktionsplan zur Stärkung der Automobilindustrie. Darin wird betont, dass Batteriezellen und -komponenten für Elektroautos in der EU preislich konkurrenzfähig werden sollen. Dazu sind finanzielle Unterstützung und vereinfachte Rechtsvorschriften vorgesehen.

Lithium Schwefel Batterien ohne Kobalt und Nickel

Lyten setzt auf eine neue Technologie: die Lithium-Schwefel-Batterie. Sie kommt ohne die Rohstoffe Kobalt und Nickel aus, die als umweltschädlich gelten. Die Batterien sollen nicht nur in Elektrofahrzeugen eingesetzt werden, sondern auch in Raumfahrt, Militär und Drohnen. Auch Northvolt hatte an einer Batterie ohne Kobalt geforscht, konnte jedoch die Produktion nicht in großem Maßstab etablieren. Schalast betont, dass Lytens Ansatz besser mit den Zielen des europäischen Green Deals vereinbar ist.

Probleme bei der Massenproduktion

Professor Stefan Bratzel vom Center Of Automotive Management warnt jedoch. Er sieht in der Skalierung der Technologie die größte Herausforderung. Northvolt scheiterte an hohen Ausschussraten bei der Serienfertigung. Lyten müsse erst beweisen, dass seine Batterien in großen Mengen zuverlässig produziert werden können. Die Konkurrenz von Weltmarktführern wie BYD und CATL hat bereits einen jahrelangen Vorsprung und investierte Milliarden in den Produktionsausbau. Lyten plant Werke in Schweden, Deutschland und Kanada.

Finanzierung durch Investoren

Finanziell ist das Unternehmen gut ausgestattet. Nach Angaben von Schalast wird Lyten von mehr als 800 Investoren unterstützt. In Kalifornien sind große Fonds bereit, Milliardenbeträge in solche Technologien zu investieren. Schalast hält es daher für möglich, dass Lyten die geplante Fabrik in Heide auch ohne staatliche Förderung bauen kann. Der US-Produzent will sich frühestens ab November auf die Expansion nach Deutschland und Kanada konzentrieren.

Übersicht der wichtigsten Punkte

  1. 700 Millionen Euro Förderung von Bund und Land stehen im Raum.
  2. Lyten setzt auf Lithium-Schwefel-Batterien ohne Kobalt und Nickel.
  3. EU-Förderung könnte wahrscheinlicher sein als deutsche Mittel.
  4. Probleme bei der Skalierung stellen eine zentrale Herausforderung dar.
  5. Mehr als 800 Investoren sichern die Finanzierung.

Damit bleibt offen, ob Lyten die Nachfolge von Northvolt in Dithmarschen erfolgreich antreten kann.

 Quelle: NDR, YouTube